Die instinktive Reaktion auf einen Angriff ist seit der Steinzeit dieselbe: zu fliehen oder zu kämpfen. Neu ist, dass wir inzwischen das Großhirn in vielen Bereichen des Lebens sehr viel besser nutzen - in der Selbstverteidigung aber noch zu wenig.

Fliehen ist nur gut, wenn es die Situation des Verteidigers verbessert. Er muss also wissen, wohin er laufen muss, und wie er verhindert, vom Angreifer verfolgt zu werden. Kämpfen ist nur gut, wenn es die Situation des Verteidigers verbessert. Er muss also wissen, wie er seine Stärken optimal gegen die Schwächen des Angreifers einsetzt. Ohne Großhirneinsatz werden hier viele Fehler gemacht. Beispiele:

Auf eine Beleidigung reagiert man mit einer Gegenbeleidigung, wodurch man das Recht verliert, sich über das Fehlverhalten des Anderen zu beschweren. Und wem nützt eine schlagfertige Antwort? Einen Beleidigungs- oder Anschrei-Wettbewerb kann niemand gewinnen. "Eigentlich" sollte man auf keine Provokation, keine herablassende Bemerkung, keinen Namenswitz, nicht einmal auf Mobbing hereinfallen, damit hilft man nur den Angreifern (man kann das lernen). Auf Schubsen reagiert man mit Zurückschubsen, auf Ziehen mit Ziehen in die Gegenrichtung, auf Schlagen mit Zurückschlagen. Das ist alles schlecht, denn damit lassen wir uns auf die Methode des Angreifers ein, die er aber gerade deshalb gewählt hat, weil er darin überlegen ist. Viele setzen ihre Gesundheit und sogar ihr Leben ein, um Gegenstände zu verteidigen - wie dumm! Wer gewürgt wird, versucht instinktiv, die Hände des Angreifers vom Hals weg zu ziehen - falsch! Den Wettkampf Kraft gegen Kraft gewinnt der Stärkere, also der Angreifer. Lichtenberg sagt "Gerade das Gegenteil tun heißt auch nachahmen, es heißt nämlich das Gegenteil nachahmen." Es gibt unzählige "Befreiungstechniken" gegen Festhalten oder Umklammerung - wozu? Hört der Angreifer auf, mir schaden zu wollen, bloß weil ich es schaffe, meine Hand zu befreien? Sicher nicht. Statt sich rächen zu wollen, sollten wir trauern lernen. Statt bloß auf den Angriff zu reagieren ist es besser, die eigene Situation so gut es geht zu verbessern. Eine der wichtigsten Faustregeln der Selbstverteidigung lautet daher:
"Für mich, nicht gegen ihn!"


weitere Überlegungen:
Täter
FBI-Regel
Die Burg
Benutze Deine Stimme!
Notwehr ODER Kampfsport
Konzept


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