Das ideale Konfliktgespräch
“This isn’t about being right. We all think we are right.”
(Dr. Romano, TV-Serie „emergency room“)


Das ideale Konfliktgespräch löst den Konflikt, indem es seine Ursache beseitigt. Es dient dazu, eine oder mehrere Lösungen für ein Problem zu finden. Dies gelingt nur, wenn die Konfliktparteien miteinander sprechen, also
* verständnisvoll, freundlich, kooperativ
* sachlich, lösungsorientiert.

Will ich deeskalierend wirken,
* konzentriere ich mich auf das dem Verhalten zugrundeliegende Bedürfnis meines Gesprächspartners und unterstelle keine bösen Absichten
* beweise ich mein Verständnis für seine Bedürfnisse, indem ich sage, wie ich ihn verstehe und nachfrage, ob ich richtig liege (Methode von Marshall Rosenberg)
* führe ich verletzende Aussagen des Anderen auf seine Aufgeregtheit und/oder fehlende Ausdrucksmöglichkeiten zurück
* bleibe ich selbst stets sachlich und höflich
* zeige ich Flexibilität meines Standpunktes und bin offen für alle möglichen Lösungen
* antworte ich nur darauf, was gesagt wird, nicht wie es gesagt wird.
Notfalls gebe ich gekonnt nach, oder vertage die Entscheidung (z.B. „Dazu möchte ich erst meine Kollegen/meine Chefin fragen.“ oder „Da muss ich erst mal eine Nacht drüber schlafen.“)

Die folgenden Taktiken fördern dagegen eine Eskalation; die Ursache des Konflikts bleibt bestehen und führt zwangsläufig zu weiteren Konfrontationen.
1) Schuldzuschreibungen. Das Verhalten des Anderen wird als Ursache des Konfliktes und/oder der eigenen Gefühle angesehen. -> Ich sehe den Gesprächspartner als Gegner. Er muss sich verteidigen.
2) Ausweitung. In die Auseinandersetzung werden weitere Aspekte und Personen einbezogen. -> Der aktuell vorliegende Konflikt wird komplexer und dadurch schwerer zu lösen.
3) Argumentum ad hominem, Personifizierung. -> Abwertung der Argumente und der Person; Feindbilder statt Sachebene.
4) Selbsterfüllende Prophezeiung. Negative Verlaufsvorhersage mit entsprechendem eigenem Verhalten.
5) Eigene emotionale Eskalation, scheinbar legitimiert durch das Verhalten der anderen Person. Der Wille zur Einigung und zur Vernunft wird aufgegeben.

(nach Fritz Hücker: Rhetorische Deeskalation, Boorberg-Verlag 2005)


Copyright © Arno Matthias     zuletzt geändert am 7.9.2014